Forschungs- (Projekt-) Richtungen des Instituts für Materialwirtschaft und Logistik

Als Hochschul- und Praxis-Institution zeichnete sich das Institut für Materialwirtschaft und Logistik durch eine intensive und erfolgreiche
Grundlagen- und Anwendungs-Forschung aus. Teilweise wurden auch Projektaufgaben übernommen, die die Materialwirtschaft und Logistik
nur tangierten. Hierzu gehörten u.a. mehrjährige Projekte zur Mittelstandsfortbildung, die Erarbeitung und Umsetzungsbegleitung von
Unternehmenskonzepten und Geschäftsplanungen mittelständischer Unternehmen sowie mehrere Projekte der Ostmarkt-Forschung.
   
Zu den Schwerpunkten der Forschungs- und Projektarbeit gehörten:
   
1956 – 1990 Theoretische und praktische Grundlagen des Aufbaus und der Weiterentwicklung der Leitung, Planung und Organisation der
Materialwirtschaft in der DDR
1957 – 1987 Volkswirtschaftliche und betriebliche Optimierung der Vorratswirtschaft; Bestandsmanagement
1961 – 1969 Ausarbeitung und Erprobung von Berichtsverflechtungsbilanzen sowie Entwicklung von theoretischen Grundlagen der Anwendung von
Planbilanzen, insbesondere dynamischer Perspektivplan-Verflechtungsbilanzen (1)
1968 – 1982 Qualifizierung der liefer- und verbraucherseitigen Bedarfsplanung als Voraussetzung für die Erhöhung des Niveaus von Bilanzentscheidungen
1968 – 1972 Bildung und Einsatz von Materialreserven im Gesamtsystem volkswirtschaftlicher Reservehaltung
1970 – 1984 Beiträge zur Weiterentwicklung der Ökonomik des Produktionsmittelhandels
1973 – 1991 Theoretische und praktische Grundlagen für ein effektives Materialwirtschafts-und Logistik-Controlling, insbesondere bezogen auf strategische Planung, Leistungsbewertung, ökonomische (materielle) Stimulierung, Kennziffernarbeit, Benchmarking und materialwirtschaftlichen Erfolgsnachweis, Abrechnungs- und Kontrollprozesse
1974 – 1986 Hohe Materialökonomie durch Vervollkommnung der Analyse, Planung, ökonomischen Stimulierung und
Kontrolle der ökonomischen Materialverwendung, vorrangig bezogen auf die Senkung des spezifischen Materialverbrauchs durch normative Planung, die planmäßige Durchsetzung von Substitutionsprozessen sowie die Verbesserung der Abfallerfassung und -aufbereitung
1975 – 1990 Theoretische und praktische Beiträge zur Entwicklung einer effektiven Sekundärrohstoffwirtschaft in der DDR
1978 – 1985 Langfristige Planung der Materialzirkulation (materiell-technischen Versorgung) durch zentrale und dezentrale Wirtschaftseinheiten - Grenzen und Möglichkeiten
1979 – 1989 Beiträge zur Weiterentwicklung der Leitung, Planung und Organisation der Ersatzteilwirtschaft in Wirtschaftszweigen und Betrieben
1980 – 1987 Wissenschaftlich-technische Neuerungen und Materialwirtschaft
1989 – 1993 Logistikorientierte Strategieentwicklung für Klein-und Mittelbetriebe in den neuen Bundesländern - Analyse und Handlungsempfehlungen
1994 – 1997 Konzeptionelle Vorbereitung der Adaption und Anwendung von SAP R/3-Modulen zur Steuerung materialwirtschaftlicher und logistischer Prozesse
1995 -1996 Anforderungen an Zulieferunternehmen als Wertschöpfungspartner zur Beherrschung des qualitativen Wandels zwischenbetrieblicher Kooperationen - Supply Management (bezogen auf die maritime Industrie)
1996 – 1997 Implementierung logistisch gesteuerter Warenwirtschaftssysteme in Dienstleistungsunternehmen
1996 – 1998 Materialflussanalysen und -layoutplanungen sowie Konzipierung von Lagerordnungen in mittelständischen Unternehmen,
verbunden mit Maßnahmen der Qualitätssicherung (ISO-Zertifizierungen)
1997 – 1999 Überprüfung sowie quantitativ und qualitativ begründete Erfassung von Marktpotentialen für mittelständische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus in Mecklenburg-Vorpommern
1998 – 1999 Entwicklungsstand und -erfordernisse der Klein- und mittelständischen Unternehmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern – Grundlage für das ADAPT-Projekt "Innovative Mittelstandsfortbildung"
1998 – 2000 Aufbau und Reorganisation von Leitungssystemen der Materialwirtschaft und Logistik, insbesondere in Unternehmen der Energieversorgung
1998 – 2001 Sicherung hoher Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Unternehmen durch innovative, arbeitsprozessbezogene Fortbildung
(Fortbildungssituation - Entwicklungsdefizite - Lernen in der Arbeitssituation - Ergebnisse und Erkenntnisse arbeitsprozessbezogener Fortbildung)
   

Im Rahmen der Forschungs- bzw. Projektrichtungen des Instituts vollzogen sich auch die studentischen Forschungsarbeiten als wichtiges Qualifizierungselement der Spezialausbildung auf den Gebieten der Materialwirtschaft und Logistik.

Projektbeispiele studentischer Forschung des Instituts sind:

"Inhaltlich-methodologische Qualifizierung der Materialbedarfsplanung in Industriebetrieben der DDR, unter besonderer Beachtung von Anforderungen volkswirtschaftlicher Bilanzierung."
(Projektauftraggeber: Ministerium für Materialwirtschaft der DDR)
- 1978/80 -

"Die Verbesserung der Führung und Organisation der Erfassungsprozesse nichtmetallischer Sekundärrohstoffe in Konsumtions- und Produktionsbereichen der DDR."
(Projektauftraggeber: Kombinat Sekundärrohstofferfassung Berlin)
- 1986 -

"Die Erhöhung der Effiziens der Materialversorgung an der Erdgas-Trasse durch Verbesserung von Steuerung und Organisation der Materialbereitstellung für die Verdichter-Baubereiche im Raum Perm."
(Projektauftraggeber: Ministerium für Kohle und Energie der DDR, Kombinat Gasanlagenbau Mittenwalde)
- 1987 -

"Überprüfung von Möglichkeiten der Adaption und Einführung effektiver Steuerungssysteme für Produktion und Materialbereitstellung, insbesondere des
KANBAN-Systems im Automobilbau".
(Projektauftraggeber: NKW-Kombinat Ludwigsfelde)
-1989/90 -

(1)
Ökonomisch-mathematische Modelle zur Planung, Bilanzierung und Analyse wechselseitig miteinander verbundener, in linearer Abhängigkeit verlaufender
ökonomischer Pozesse. Modellgrundlage ist das von W.Leontief entwickelte Input-Output-Modell.